Ein offener Brief an die Community Herr der Ringe Onlines,
in früheren Beiträgen schrieb der Autor dieses Blogs über die Umstellung LOTROs auf F2P. Es wurde im Verlauf dieser Beiträge der Fluff-Aspekt (kosmetischer Charakter) des Shops angesprochen und etwaige Bedenken wurden als vorsorgliche Hysterie dargestellt. Ängste und Sorgen, der Shop würde sich zu einem "Must have", respektive "Must pay" entwickeln wurden zur Seite gewischt, denn bis vor kurzem galt dies auch als ausgeschlossen.
Bis [heute].
Auch wenn die GameStar, sozusagen als BILD-Zeitung unter den Gamer-Zeitschriften gilt, dürfte ein kurzer Shop-Besuch ausreichen um eine Bestätigung zu erhalten: Der Shop ist offiziell Pay2Win geworden. Versprechen scheinen in der Gamerbranche eine verhältnismäßig kurze Halbwertszeit zu besitzen.
Allerdings muss hier kurz eingehakt werden: Nicht nur die heutigen, niedrigstufigen Items sind das Problem. Sie sind lediglich Symptom für eine andauernde Entwicklung, für einen Trend, der seit geraumer Zeit Einzug gehalten hat. Die langsame Angewöhnung fand bereits mit den Schriftrollen zur permanenten Werte-Erhöhungen ihren vorläufigen Höhepunkt.
Das direkte Anbieten von Items markiert jedoch einen Wendepunkt und dürfte der Beginn einer ehrlichen, finalen Phase darstellen. Fortan kann auch in Zukunft mit neuen Items gerechnet werden - nach und nach eben, wie es bislang der Fall war und sein wird.
Daher möchte ich mich in aller Form bei denen entschuldigen, deren Bedenken ich zur Seite gedrückt habe. Ich habe diese Entwicklung nicht vorhergesehen, rechnete aber auch nicht mit der eigentlich für Dealer berühmt-berüchtigten Strategie der schrittweisen Angewöhnung. Der berühmte Frosch im Wasserkocher eben. Es tut mir leid.
Damit dürfte klar sein, dass jedes F2P-Spiel mittelfristig zu einem P2NG (Pay To Not Grind) und langfristig zu einem P2W (Pay To Win) mutiert. Die Gier ist eben größer als die Hingabe zu den Kunden.
Und der Kunde macht dies mit. Von einem "sofern es nie Stärkungen im Shop gibt" über "solange es keine Rüstung gibt" sind wir mittlerweile an einem Punkt angekommen, an dem die ersten "sofern die Rüstungsteile nicht besser als die im Spiel sind" rufen.
Was für Schritte bleiben noch übrig? "Sofern die Shop-Items auch im Spiel erarbeitet werden können"? - das ist exakt der Punkt, der damals jenen vorgeworfen wurden, die Lotro langfristig mit anderen F2P-Negativ-Größen gleichsetzten. Damit ist, wie es so schön heißt, der Rubikon überschritten und es zeigt sich, dass ich damals die falschen Befürworter meiner Thesen hatte. Man setzt sich nicht an einen Verhandlungstisch mit Menschen, die jede Forderung der Gegenseite zu erfüllen bereit sind.
Wäre ich Frodo, ich würde den Ring verticken und Sauron die Welt übernehmen lassen. Eine Rettung hat sie nicht verdient. Dafür ist sie bereits zu sehr zu dem geworden, was man eigentlich einst befürchtete. Was lohnt es sich noch zu retten?
Namidh
1 Kommentare:
Gräm dich nicht.
Du kannst nix dafür, dass Lotro sich in diese Richtung entwickelt hat.
Und hinterher kann jeder sagen: "Das hab ich kommen sehen".
Es is nix Schlimmes daran einen Vertrauensvorschuss zu gewähren, auch wenn der oft schnöde verpulvert wird. Es ist vielmehr schlimm, jedem gleich beim ersten, geringsten Zweifel "in die Eier zu treten".
Es spricht jedenfalls eindeutich für dich, dass du an "das Gute im Menschen" geglaubt hast (und wie ich zwischen den Zeilen lese, immer noch glaubst) ;)
Gruß
Alj
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