Sonntag, Januar 1

Oh du Explosive....

Jedes Nahr aufs Neue, der Teufel will es: Die Diskussion um die Feuerwerkskörper.

Soll man, soll man nicht. Soll man überhaupt und weshalb und weshalb wäre es besser würde man überhaupt nicht wollen was jemand meint was man sollte oder besser nicht sollte. Soll doch nicht alles gewesen sein, das Jahr und überhaupt: Die Finanzkrise erlaube es doch einem erst gar nicht, Kohle - pardon: Schwarzpulver - zu verschießen. Verschwendung sei das.

Und was lief da nicht alles. Jedes Jahr aufs Neue - jedes Jahr wundern sich Sender über dieselben Themen, werden alte Texte auf neue Bilder gelegt. Ja, der Handel zu Weihnachten boomt. Ja, auch dieses Jahr viel knapper und dichter zu Weihnachten als letztes Jahr (Tatsachen wie die ungünstige Wochentags-Positonierung verschwiegen - ist auch viel zu kompliziert). Vier Tage später: Ja, der Handel nimmt auch Waren zurück, müssen aber nicht, tun sie aber, wie nett.  Danke.

Danke auch für die alljährliche Diskussionen zum Thema "Feuerwerkskörper: Ja / Nein / Vielleicht?".

Da wird auf alles gezielt was nicht bei Drei auf dem Baum ist. Auch Tiefschläge sind erlaubt: Auf einem bekannten deutschen Radiosender wurde gar vom "Phallussymbol Feuerwerkskörper" schwadroniert. Könne man ja sagen. Weil grundsätzlich alles in dieser Welt, was nur ansatzweise dekadent oder verschwendet, automatisch ein Phallussymbol ist - was mich übrigens, kann man ja an dieser Stelle sagen, irritiert hat als ich Frauen mit Böllern sah; das aber nur am Rande.

Und dann noch die grundsätzliche, mahnende Stimme die da sagt, wie schlimm das alles sei und überhaupt könne man "mit dem verschossenen Schwarzpulver neue Gebiete ersch(l)ießen um neue Lebensräume zu erschaffen" - das Kapitel, so dachte man, hätte man vor  Zeiten abgeschlossen.
Der Müll sei auch so ein Thema - e;kel;ig. Die Geräusche. Die dreckige Luft. Die Betrunkenen... Alles nur Geldverschwendung.

Nun verhält es sich mit dem Thema "Verschwendung" immer ein wenig subjektiv. Eben je nach Betrachter.

Je nach Aussichtsplattform gibt es die verschiedensten Meinungen. Eine große Pizza für über 10 Euro ist demnach genauso Verschwendung wie ein Luxuswagen oder Lottospielen. Teilchenbeschleuniger genauso wie Weltraumforschung und Computerspiele ebenso wie die Entwicklung des achten Compilers ein- und derselben Programmiersprache. Oder das Lernen irgendwelcher Songtexte. Oder ein Kinobesuch.

Von der Tatsache einmal abgesehen, dass persönliche Lebenslust ein legitimes Mittel zum Ausdruck individueller Freiheiten darstellt - dem wir uns hin und wieder doch gerne hingeben (mit Ausnahmen, versteht sich) - lebt hin und wieder ein ganzer Wirtschaftszweig von dem, was andere als Verschwendung betrachten.

So auch von den Feuerwerkskörpern.

Und damit ist es mitnichten so, wonach das Geld "verpulvert" wird. Sicher, es ginge auch anders und sicher, man könnte es auch spenden. Man könnte es gut anlegen. Man könnte etwas Nächstenliebe zeigen.

Doch für alles auf dieser Welt gibt es eine  Zeit und für jede Zeit gibt es einen Zweck. Und wenn kurze Zeit vorher das Fest der Nächstenliebe war, ist das Ende des Jahres die Feier des Egomanen. Ein völlig legitimes Fest zum Vergessen, zum Abhaken und zum Neuanfang. Nebenbei verdienen die Hersteller von Feuerwerkskörpern genauso am Fest wie es auch Kneipen und Bars tun. Und als ob das nicht genug sei: Allein ist man dabei auch nicht unbedingt.

In diesem Sinne: Wir haben alle nur ein Leben und jeder soll es feiern wie er es mag. Verantwortungsbewusst, versteht sich. Aber wenigstens an einem Tag im Jahr ohne schlechtes Gewissen.

In diesem Sinne: Auf ein gutes Jahr 2013 - vorsorglich.


Namidh

1 Kommentare:

Gelenkgesund hat gesagt…

In England und Irland gibt es schon seit Jahrzehnten kein Feuerwerk (wohl wegen der Befürchtung, IRA-Terroristen könnten daraus Sprengsätze bauen) und keiner scheint es zu vermissen. Die Engländer haben auch den Euro nicht - sie verzichten eben konsequent auf alles, was ihnen um die Ohren fliegen könnte.